Schlösser und Wasserburgen im Münsterland

 

Erläuterungen zur Flugroute ab Flugplatz Münster-Telgte über Haus Borg und Haus Bisping bei Rinkerode, Schloss Steinfurt bei Drensteinfurt, Haus Itlingen bei Herbern von J.C. Schlaun, Schloss Westerwinkel bei Herbern, Burg Vischering und Haus Kakesbeck Lüdinghausen, Haus Buldern, Schloss Darfeld mit Antoinettenburg von J.C. Schlaun, Haus Stapel bei Havixbeck, Haus Havixbeck, Haus Hülshoff, Haus Rüschhaus von J.C. Schlaun, über Münster mit Schloss und der Stadt, dann zurück zum Flugplatz Münster-Telgte.

Pkt. 1             Haus Borg   bei Rinkerode

Seit 1840 ist das Haus Borg im Besitz der Frhr. Von Kerckerinck zu Borg.Bauarbeiten, dies sich über fünf Jahrhunderte erstreckten, gaben der Burg ihr heutiges Gepräge und gruppierten Vor- und Hauptburg zur malerischen Gesamtanlage mit abwechselungsreicher Silhouette. Das alte Herrenhaus stammt aus dem 15. und 16. Jh., der rechtwinklige anschließende Fachwerkbau mit dem mächtigen Wehrturm aus dem 16. Jh., während das neue Herrenhaus, ein Ziegelrohbau, Anfang des 18. Jhs., das Torhaus sowie die Wehrtürme der Vorburg in der ersten Hälfte des 17. Jhs. entstanden sind.

Pkt. 2             Haus Bisping          bei Rinkerode

Von Haus Bisping sind heute nur noch Teile der Gräfte und das Torhaus von 1651 erhalten. Das Haus wurde urkundlich erstmals 1364 erwähnt. Seit dem 16. Jh. Ist es Sitz der Familie von Galen. Haus Bisping ist auch Geburtsort und Stammsitz des Fürstbischofs Christoph Bernhard von Galen (1606-1678).

Pkt. 3             Schloss Steinfurt              Stadt Drensteinfurt

Beeindruckende Schlossanlage inmitten der Stadt Drensteinfurt – das Haus Steinfurt.Die Anlage setzt sich im gegenwärtigen Zustand aus dem Herrenhaus, den beiden zugeordneten Nebengebäuden, zwei Torhäuschen rechts und links des Schlosshofes, einer Wassermühle und einer Remise sowie dem Park zusammen. Das Herrenhaus wurde 1707 – 1709 von Lambert Friedrich von Corfey für Johann Matthias von der Reck errichtet.

Pkt. 4             Haus Itlingen          bei Herbern, ein Werk von J.C. Schlaun

Haus Itlingen wurde bereits im 14. Jh. erbaut. Die Burg war von jeher Sitz der Herren von Herbern, deren Namen heute noch das nahe gelegene Dorf führt. Durch Heirat ging die Burg 1540 auf die Familie von Nagel über und ist noch heute in deren Besitz. In der zweiten Hälfte des 17. Jhs. Legte J.C. Schlaun an der Burg Hand an und verlieh ihr die heutige Form als hufeisenförmige Anlage mit zwei Flügeln, die über Eck als Rundtürme abschließen. Haus Itlingen ist eine idyllische Mischung von Schlösschen und Burg, das wohl verborgen zwischen den Laubmassen eines prächtigen Parks gelegen ist.

 

Pkt. 5             Schloss Westerwinkel     bei Herbern

Schloss Westerwinkel bei Herbern wurde in der Zeit von 1663 bis 1668 vermutlich unter der Bauleitung von Peter Pictorius dem Älteren, als eines der frühesten Barockwasserschlösser Westfalens erbaut.

Seit dem 16. Jh. weht hier das Banner der Grafen Merveldt. Aus einer Wehrburg früherer Jahrhunderte entstanden im 17. Jh. Vorburg und Herrenhaus. Der lang gestreckte vierflügelige Bau mit vier mächtigen Ecktürmen umschließt einen verträumten Binnenhof. Um die innere Gräfte herum findet man noch heute Reste eines alten Erdwalls. Wie kaum anderswo verwachsen hier Menschenwerk und Natur – der schlichte imposante altersgraue Bau mit einer weiten Parklandschaft – zu einer harmonischen Einheit. Auch heute noch befindet sich das Schloss in Familienbesitz des Grafen von Merveldt. Umgeben von altem Baumbestand liegt am Schloss ein Golfplatz.

 

Pkt. 6             Schloss Nordkirchen auch J.C. Schlaun hat hier Hand angelegt

Das Schloss Nordkirchen ist heute im Besitz des Landes NRW. Es beherbergt tausend Studenten der Landesfinanzschule. 1703 begann Friedrich Christian von Plettenberg, Fürstbischof von Münster, mit dem Bau. 1712 war der Außenbau nach Plänen des Architekten Gottfried Laurenz Pictorius fertig. Der weitere Ausbau, die Ställe, das Wachthäuschen an der inneren Schlossbrücke, vor allem aber die

Orangerie und der einstmals in französischem Stil angelegte riesige Park erfolgten nach den Plänen von J.C. Schlaun. Das Schloss Nordkirchen gilt als die großzügigste und bedeutendste Schlossanlage westfälischen Barocks. Streng und symmetrisch zugleich wurde die Gruppierung der Baukörper nach französischem Vorbild vorgenommen. Dunkelroter Backstein, heller Sandstein und dunkle Schieferdächer ergeben einen reizvollen Farbklang. Nicht minder wirkungsvoll ist das Zusammenspiel von Gräften, Teichen und Anlagen.

 

Pkt. 7             Burg Vischering   in Lüdinghausen

Vischering ist eine der ältesten und bedeutendsten Wasserburgen Westfalens. In ihrer Geschlossenheit ist noch der wahrhafte Charakter der Gründungsanlage zu erkennen. Die kreisrunde Hauptburg und die trapezförmige Vorburg sind beide von einem gemeinsamen Hausteich umgeben. Die Burg ist durch ein kompliziertes Wall- und Grabensystem geschützt. Ihre Ringmantelburg im Kern der Hauptburg stammt aus dem 13. Jh. Burg Vischering ist eine typische Vertreterin der Rundburgen und erfuhr seit dem 16. Jh. keine nennenswerten baulichen Veränderungen. Die Burg beherbergt seit 1972 ein Kulturzentrum des Kreises Coesfeld.

 

Pkt. 8             Burg Kakesbeck  nördlich von Lüdinghausen

Die Geschichte der Burg Kakesbeck geht weit zurück ins Mittelalter. Es gibt Vermutungen, dass Kakesbeck auf einen ehemaligen Wehrhof des fränkischen Kriegers „Kakar“ im 9. Jahrhundert zurückgeht. Umfangreiche Befestigungsanlagen gab es schon im 13. Jh. Um 1500 wurde die Burg in Lüdinghausen von Lambert von Oer bewohnt, der als Ritter mit dem eisernen Halsband in die Geschichte einging. Im 18. Jh. kaufte die Familie Droste zu Vischering die Burg zusammen mit 80 hörigen Höfen. Kakesbeck wird seit über 25 Jahren von ihrem jetzigen privaten Eigentümer wiederhergestellt.

 

Pkt. 9             Schloss Buldern

Schloss Buldern, das ursprünglich Sitz der  Herren von Buldern war, wurde 1215 erstmalig erwähnt. Das Haus wechselte mehrfach den Besitzer, bis es im 18. Jh. in die Hände der Familie von Romberg gelangte. Diese brachte es in Gestalt des „Tollen Bombergs“ (Gisbert von Romberg, 1839-1897), der als Schelm seine Späße in Münster und Umgebung getrieben haben soll, zu einiger Berühmtheit. 1923 wurde er Romanfigur, 1932 und 1957 Filmfigur, beim zweiten Mal dargestellt durch den legendären Hans Albers.

Bei dem Haus handelt es sich um ein 1838 errichtetes klassizistisches Herrenhaus mit zwei runden Eckpavillons. Die Nebengebäude stammen aus dem 17. Jh.

Pkt. 10           Schloss Darfeld     mit Antoinettenburg von J.C. Schlaun

Schloss Darfeld, ursprünglich Sitz der Herren von Darfeld, wird von vielen als „italienischer Traum im Münsterland“ bezeichnet. Maßgeblich dafür war der münstersche Bildhauer Gerhard Gröninger, der von 1612-1616 einen Galeriebau im Stil der venezianischen Renaissance errichtete. Nach dem Brand von 1899 wurde das Herrenhaus Anfang des 20. Jahrhunderts in Neurenaissanceformen wieder aufgebaut. Das Schloss, das seit Ende des 17. Jahrhunderts im Besitz der Grafen Droste zu Vischering ist, wird von der gräflichen Familie bewohnt und kann somit nur von außen besichtigt werden. Die Antoinettenburg, im südlichen Teil des Schlossparks, wurde am Ende einer Allee als vornehmes Gartenhaus von J.C. Schlaun errichtet

 

Pkt. 11           Haus Stapel            bei Havixbeck ein Werk Schlauns?

Im Jahre 1211 wurde die Wasserburg "Stave", erstmalig als Sitz der Herren von Kerkerinck im Pachtverzeichnis des Klosters Werden erwähnt. Das Herrenhaus von Schloss Stapel ist die größte, rein klassizistische Schlossanlage im Münsterland und entstand in der Zeit von 1819 bis 1827. Haus Stapel, das 1819 aus Baumberger Sandstein errichtet wurde, ist eines der wenigen klassizistischen Wasserschlösser im Münsterland.

 

Pkt. 12           Haus Havixbeck

Über den Ursprung von Haus Havixbeck ist bekannt das es aus dem Brüninghof im Kirchspiel Havixbeck, einem Schulzengut des Stiftes St. Mauritz vor Münster, hervorgegangen ist. Nach dem Tod des kinderlosen Schulzen Wigbold Brunynck wurde 1369 der Ritter Dietrich von Schonebeck vom Propst zu St. Mauritz mit dem Hof belehnt. Durch Erbschaft gelangte das Gut im Folgenden an Friedrich von Bevern, der 1488 die Belehnung erhielt. 1601 brachte Ermgard von Bevern bei ihrer Heirat mit Rudolf von Twickel das Haus Havixbeck als Mitgift in die Ehe ein. Seither ist Haus Havixbeck Stammsitz der Familie des Baron von Twickel.

 

Pkt. 13           Haus Hülshoff nördlich Roxel

Burg Hülshoff bei Havixbeck, erstmals erwähnt 1349, ist die Geburtsstätte der großen deutschen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848). Nachdem die Burg zunächst im Besitz der Herren von Schonebeck war, übernahmen sie 1417 die Droste-Hülshoffs (damals noch Herren von Deckenbrock). Bei der Anlage handelt es sich um eine Zweiinselanlage mit Herrenhaus und Wirtschaftsgebäuden. Das von 1545 stammende mit einem Staffelgiebel versehene Herrenhaus ist zweiflügelig. 1870 wurde eine neugotische Kapelle angebaut. Die Burg beherbergt heute u.a. das Droste-Museum, in dem man auf den Spuren Annettes wandeln kann und außerdem ein Schlossrestaurant.

Pkt. 14           Haus Rüschhaus   südlich Nienberge

Haus Rüschhaus ist zugleich Kleinod spätbarocker Architektur und Stätte der Erinnerung an die bekannteste deutsche Dichterin des 19. Jahrhunderts, Annette von Droste-Hülshoff.

Von Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun im Jahr 1743 erworben und zum Sommersitz umgebaut - eine Mischung aus bäuerlichem und adligem Lebensstil mit rotem Ziegel, gelber Sandstein-Ornamentik und einem barocken Park. Von 1826 bis 1846 lebte die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff im Rüschhaus.

Der westfälische Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun (1695 - 1773) erbaute von 1745 bis 1749 auf einer alten Gräftenhofanlage Haus Rüschhaus als seinen eigenen Landsitz. Für die Gestaltung des Hauses vereinigte er innen wie außen geschickt Merkmale bäuerlicher und repräsentativer, herrschaftlicher Architektur. Der vorhandenen Gräfteninsel gab er eine klar umrissene, gleichmäßige Form und legte einen dem damaligen Stil entsprechend symmetrisch gegliederten Nutz- und Ziergarten an.

1979 erwarben die Stadt Münster und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe gemeinsam das Rüschhaus.

 

Pkt. 15        Die fürstbischöfliche Residenz zu Münster, das Schloss Ein Werk von J.C. Schlaun

1767 erhielt J.C. Schlaun vom Fürstbischof Maximilian Friedrich von Könisegg-Tothenfels im einvernehmen mit den münsterschen Landständen, den Auftrag, für Münster eine Schlossanlage mit weiter Esplanade und großräumigem Schlossgarten zu entwerfen. Gerade als der Rohbau stand und nur ein Teil der Räume in der Südhälfte des Schlosses halbwegs fertig war, starb 1773 der 78järige Meister J.C: Schlaun.

Wilhelm Ferdinand Lipper vollendete Schlauns Projekt in allen großen Zügen nach den Originalentwürfen – nur die Raumdekoration im Schloss geschah im Geschmack Louis XVI.

1785 war der Schlossbau so gut wie fertig. Die münsterische Residenz ist die letzte mitteleuropäische barocke Schlosskonzeption.

1854 wurde der Schlossgarten in die heute englische Anlage umgestaltet. Kein Architekt und kein Stadtplaner hat bisher das Können besessen, aus dem barocken

 Entwurf der Esplanade (Neuplatz) – dem zweitgrößten Stadtplatz in Europa – etwas Adäquates zu machen.

1945, bei dem letzten Luftangriff, brannte das Schlossgebäude restlos aus. Seit seinem Wiederaufbau ist das Schloss Hauptsitz der Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster.

 

Münster Innenstadt

 

Julius Meimberg
Rolf Wengorz